Für Cleve – Gemäldeausstellung

Autor: Karl Heinz Stoffels

Die italienische Künstlerin Elena Boccoli, seit 10 Jahren in Kleve lebend, Autodidaktin in Sachen Malen hat eigens für ihre erste Gemäldeausstellung in Kleve, passende Bilder zum Thema „Für Cleve“ auf Leinwand gebracht. Im Kopf entstehen die Bilder bei Spaziergängen durch unsere schöne Landschaft oder Natur und werden später im Atelier mit Acrylfarbe als Endprodukt gemalt. So entstand „Für Cleve“ und heißen die 15 Großen und Kleinen Landschaftsarbeiten die dann entstanden sind. Dabei bedient sich Elena an den Vorbildern der Malkunst, wie etwa Hundertwasser, dessen Einflüsse sich in vielen Bildern widerspiegeln. Zu sehen ist die Ausstellung im Cafe-Raum bei Heicks & Teutenberg, am Fischmarkt (Elsa-Brunnen), Vernissage war am Do. 07. Nov. um 19:30Uhr. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze rund 50 Minuten, mit Erklärungen warum und weshalb was gespielt wurde, von Manfred Hendricks am Klavier. Betreut wird die Ausstellung durch Sigrun Heinzel, Filialleiterin bei Heicks, die auch die Vernissagerede hielt.Wie aus vielen bunten, unförmigen kleinen Mosaik- oder Puzzel-Steinchen zusammengesetzte und mit dicken Linien ummantelte Landschaftskollagen der Klever Niederung, sehen die Acrylbilder aus. Weit entfernt von der üblichen Landschaftsmalerei, abstrakt aber dennoch irgendwie zusammenpassend, schlüssig, schön bunt, einige schrill und schreiend, in dieser Art noch nie dagewesen? – so sollte Kleve öfter dargestellt werden. Zu erkennen immer wieder markantes wie die Schwanenburg, oder das alte Klever Schützen-haus, der Beltermann, ein kleines etwa A4 großes Bild mit schwarzem passepartoutähnlicher Umrandung aufgepeppt, der Elsa-Brunnen mit grellen Farben (das größte Bild der Ausstellung und schon verkauft), die Stiftskirche oder der Schwan das Klever Wappentier und das Museum Haus Koekkoek, auch ein kleinformatiges mit hellen Farben versehenes Bild und mit Ummantelung optisch vergrößert. Aber auch viel anderes gibt es zu sehen, Personen auf einem Balkon oder einen Bogenschützen und einen Opernsaal. Dabei bedient sich Elena großer Vorbilder wie etwa Hundertwasser, der ähnliches geschaffen hat, hier aber filigraner mit teils knalligen Farben in Szene gesetzt. Aber, und das ist schön, keine Baustellen, Kräne oder leerstehende Geschäfte, dafür alles Wichtige und Schöne zusammengefasst, ansprechend – einfach „Bildschön“, „für Cleve“ – i love it.

Bilder: Frank Beuken
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Wiederwillen verlegt vom Alte Friedhof

Vermutlich sind die nächsten Grabsteine vom Alten Friedhof an der Lindenallee zum neuen Friedhof an der Merowingerstrasse transportiert worden.

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Klombeck

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Über »Denkpause für die Unterstadt«

Ursprungliche nachricht

Klever engagieren sich gegen den Klotz!

Die Firma Sontowski & Partner Group möchte auf dem Minoritenplatz ein Geschäftshaus errichten – mit 5800 Quadratmetern neuer Einzelhandelsfläche.

Die Initiative »Denkpause für die Unterstadt« ist mit den folgenden Argumenten dagegen:
• Das Gebäude sprengt mit seinen Dimensionen alle Maße der Stadtentwicklung. Es ist ein zusammenhängender Block, der etwa fünfmal so groß ist wie eine Dreifachturnhalle.
• Durch seine Ausmaße schiebt sich der Klotz wie ein Sperrriegel zwischen die Innenstadt und dem Hochschulgelände.
• Die geplante Geschäftsstruktur (Drogerie, Schuhe, Mode) bereichert nicht das Klever Angebot – sie wird im Gegenteil die Klever Innenstadt schädigen. Es gibt jetzt schon Leerstände genug!
• Die letzte verbliebene Freifläche in der Unterstadt wird mit diesem Projekt komplett dem Kommerz zugeschlagen.

Wir wünschen uns eine nachhaltige, verträgliche und kreative Entwicklung der Stadt – und keine weiteren Bausünden!

Unterstützer

Wir freuen uns über jeden Mitstreiter!

Nachfolgende eine Liste der Unterstützer aus der Klever Geschäftswelt und Klever Persönlichkeiten (wird immer wieder ergänzt).

  1. Adler Apotheke, Große Straße
  2. Allround Sports, Tichelstraße
  3. Antiquitäten Zeitgeist, Spoyufer
  4. Apo’s Welt, Römerstr.
  5. Atelier Christoph Heek, Hopfensackstege
  6. Autoservice Lörper, Briener Str.
  7. Bettenhaus Kleve GmbH, Hoffmannallee
  8. Heinz Bömler, Puppenspieler
  9. Bosmann Bags & more, Kavarinerstr.
  10. Buchhandlung Hintzen, Sigrun und Matthias Hintzen, Hagsche Str.
  11. Gisela Claaßen, Ehrenmitglied Freundeskreis Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus
  12. Coiffeur Kisters, Römerstr.
  13. Christa’ll, Gasthausstr.
  14. Das Geschenk und mehr, Gasthausstr.
  15. Daute Kommunikation, Grüner Heideberg
  16. Döner Kebab Frieden, Lindenallee
  17. Dolce Vita Eiscafe, Stechbahn
  18. Edler Tabak, Hoffmannallee
  19. Elektro Thies, Hagsche Str.
  20. Einhorn Apotheke, Dr. Heiko Buff, Tiergartenstr.
  21. Elefanten-Apotheke, Dr. Jochem Kessel, Hoffmannallee
  22. Elefantenstübchen, Inh. Rosi Schulz, Hoffmannallee
  23. Elektro Hentz, Stechbahn
  24. Esther Mols Visuelle Kommunikation, Römerstr.
  25. Exclusiv Moden Hopmans
  26. Fanny Faden Der Woll-Laden, Hagsche Straße
  27. Five Oaks Int. Europe Ltd., Briener Str.
  28. Fuchs Kosmetik, Großer Heideberg
  29. Gasthaus, Gasthausstr.
  30. Gebr. Wanders GmbH, Siemensstr.
  31. German tinten Tanke, Hoffmannallee
  32. Geschenkgalerie Sanders, Kavarinerstr.
  33. Haargenau Christine Stach, Hafenstraße
  34. Wolfgang Hahne, Franchise-Nehmer der McDonald’s Deutschland Inc.
  35. Brigitte Hahne
  36. Dr. Elisabeth van Heesch-Orgass, Rechtsanwältin
  37. Wiebke Hendriksen
  38. Hörgeräte Scheerer, Wolfgang Scheerer, Hagsche Str.
  39. Jörg Hopmans, Vorsitzende Klever City Netzwerk (KCN)
  40. Hutecke Dreis, Kavarinerstr.
  41. Ing.-Büro Kurt Evers GmbH , Kerkpad
  42. Kindertraum, Große Str.
  43. Maria Kisters
  44. Klever Reisebüro GmbH & Co. KG, Große Str.
  45. Kotters GmbH, Michael Kotters, Kavarinerstr.
  46. Herbert Krey, Dirigent
  47. Kunsthaus Elbers, Große Straße.
  48. Lackierfachbetrieb Tewoort, Wiesenstr.
  49. linea E, Kavarinerstr.
  50. Little Baby Jo, Hagsche Str.
  51. Margarethe Wanders, Inhaberin Stadtcafé Conditorei Wanders
  52. Maschinenbau Roterberg, Tichelstraße
  53. Matthias Hintzen, Buchhandlung Hintzen
  54. McDonalds Kleve, Hoffmannallee
  55. MIT Gesundheit, Stechbahn
  56. Monika T. Bodywear, Kavarinerstr.
  57. Nordrhein Reisebüro GmbH, Hoffmannallee
  58. Nuance, Kavarinerstr.
  59. Optik Rosenberg, Hagsche Str.
  60. Orthopädie Buchwald, Gasthausstr.
  61. Jan Peters, ehemalig Inhaber Pelzmoden-van-der-Velden
  62. Princess Second Hand, Ria Lauria, Hoffmannallee
  63. Radhaus Kleve, Sommerdeich
  64. Red Dragon Tattoo, Gasthausstr.
  65. Rue de Elsje, Kavarinerstr.
  66. Rüger Juwelier, Hoffmannallee
  67. Samocca Kaffeerösterei Cafe Deli, Hagsche Str.
  68. Dr. Heidemarie Schmidt, Gynäkologin
  69. Bruno Schmitz, KulturBüro NiederRhein und Restauration “Zum Aussichtsturm”
  70. Gerlinde Semrau-Lensing, Klevischer Verein
  71. Schokoladenmacherei, Kavarinerstr.
  72. Schulte zur Wißen Mode, Kavarinerstr.
  73. Schuhhaus Heynen, Hoffmannallee
  74. Schuhhaus Kürvers, Hagsche Str.
  75. Sonja Mataré, Stiftung Ewald-Mataré-Sammlung
  76. Stadtcafé Conditorei Wanders, Kavarinerstr.
  77. Susanne Rexing, Innenarchitektin und Inhaberin Einrichtungshaus Rexing
  78. Tina Flowers, Spyckstr.
  79. Helmut Tönnissen, Kleve
  80. Rudolf Tönnissen
  81. Udo Kleinendonk Photographie, Briener Str.
  82. Thomas Velten, Grüne
  83. Vergolderei Oster, Tiergartenstr.
  84. Vidroflor Warenhandels GmbH, Briener Str..
  85. Wäschehaus Ketels, Große Str.
  86. Dr. Guido de Werd, ehemalig Museumsdirektor Museum Kurhaus und künstlerischer Leiter B.C. Koekkoek-Haus
  87. XOX-Theater, Wolfgang Paterok, Briener Str.
  88. xtrastore, Hafenstr.
  89. Zahnarzt Maarten Dirkx, Tiergartenstr.
  90. Zahnarzt Dr. Richard Grützner, Hagsche Str.
  91. Günther Zins, Bildhauer
  92. 2radland, Emmericher Str.

 

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Asham CARE hilft Flüchtlingen aus Syrien

Ash-Sham CARE widmet sich der Gewährleistung der Versorgung und der Sicherheit von Flüchtlingen aus Syrien durch nichtmilitärische Soforthilfe. Da die humanitäre Hilfe kein Instrument des Krisenmanagements darstellt und sich nicht negativ auf die lokalen Märkte auswirken oder künftige Abhängigkeiten schaffen darf, denken wir weit voraus: Langfristiges Ziel und Zweck sind die Unterstützung und Initiierung von Projekten zum infrastrukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbau der Region.
Wo ist Dein Container?

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Photo: Wo ist Dein Container?

Ab einer Spende von Sfr. 100.– schicken wir dir den Link im Internet und  du kannst stets nachschauen wo Dein Ash-Sham CARE Container  mit Babynahrung, Medikamenten, Kleider und Hilfsmittel für Flüchtlingskinder sich gerade befindet!

Spende und schicke eine E-Mail mit Name und Adresse an info@ashsham-care.org !

Ash-Sham CARE 
Bellerivestrasse 11, 8008 Zürich, Switzerland

Raiffeisenbank Zürich   IBAN CH07 8148 7000 0417 5236 7
Oder Postkonto 85-590835-8

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Die Klever Innenstadt bereichern

Max Knippert on Mrz 24, 2013

die Klever Innenstadt bereichern
Neue Mitte KleveNeue Mitte bringt neues Leben. Ende 2003 soll das ambitionierte Projekt ‘Neue Mitte’ die Klever Innenstadt bereichern.“.  Hier nach zu lesen.

In seltener Einmütigkeit von Politik, Verwaltung und Wirtschaft erfolgten Planung und Umsetzung des Einkaufszentrums, das gleichzeitig den Handel beflügeln, ein Stadtviertel sanieren und ein neues Lebensgefühl vermitteln soll.”

Für dieses ambitionierte Bauprojekt werden die beiden unteren Etagen des historischen Schüringshauses geöffnet. Von dort gelangen die Besucher in das “gläserne Herz” des Hagschen Hofes, dem Kernstück der ‘Neuen Mitte’.

Eine moderne, transparente Formensprache umklammert ein altes Stadtviertel. Dabei entstehen ungewohnte Ansichten auf die Stadt.

So ist die Hanglage zu einem attraktiven Vorteil genutzt worden, der Kleve von allen anderen Städten am Niederrhein unterscheidet.

“Inzwischen ist auch Jürgen Rauer, der technische Beigeordnete der Stadt, von der Anziehungskraft der ‘Neuen Mitte’ überzeugt.

Auf den ersten Blick wirkte das Projekt auf mich wie ein technisches Gebäude aus Beton-Fertigteilen und Glas. Ich habe mir dann Leben in die Fassade hinein gedacht und finde die Vorstellung faszinierend, wie hier mit Lichteffekten gespielt wird. Ich denke, bei der jetzigen wirtschaftlichen Lage ist die Neue Mitte ein mutiges Projekt, das bewusst einen Kontrapunkt setzen möchte. Wir sind der Ansicht, dass die gesamte Innenstadt davon profitieren wird.” Sagte Jürgen Rauer im obrigen verlinkten Artikel.

Fast 11 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche mit interessantem Branchenmix, eine neue Tiefgarage sowie ein Konzept, das gastronomische wie auch kulturelle Erlebnisse vorsieht, soll die Attraktivität der ‘Neuen Mitte’ ausmachen.

Genau diese Mischung aus Alt und Neu macht den Zauber der Neuen Mitte aus.

Dann wird die Schwanenstadt mit einer attraktiven Erlebnis-Immobilie aufwarten können, die für die Entwicklung im innerstädtischen Einzelhandel zweifellos positive Impulse setzen wird.

Das Waren die blumigen Worte des ‘Special: City-Marketing’, ambitionierte Einmütigkeit, beflügeln, neues Lebensgefühl, gläserne Herz, moderne, transparente Formensprache, umklammert ein altes Stadtviertel, ungewohnte Ansichten auf die Stadt, attraktiven Vorteil genutzt worden, Kleve von allenanderen Städten am Niederrhein unterscheidet,  Anziehungskraft, Vorstellung faszinierend, Lichteffekten gespiel, mutiges Projek, Kontrapunkt setzen, Innenstadt davon profitieren, interessantem Branchenmix, das gastronomische wie auch kulturelle Erlebnisse vorsieht, Attraktivität, Mischung aus Alt und Neu, Zauber der Neuen Mitte, attraktiven Erlebnis-Immobilie, positive Impuls.

Geblieben ist 3 x attraktive und 2 x ambitionierte Tristesse.

Maßanzug für Kleve
Dies sind einige neue Worte die das architektonische Grauen versuchen als Verheißung anzupreisen:

Damit sich das neue Geschäftshaus noch besser in das Stadtbild der Klever Unterstadt einfügt.

Im Dachgeschoss sind zudem zwei großflächige Gärten vorgesehen.”

Zudem ist das Geschäftshaus mit einem Giebeldach und Fenstergiebeln versehen, sodass es sich optimal in die Unterstadt einfügt.”

…modifizierten die Architekten im Auftrag der Sontowski & Partner Group zudem die Fassade zum Wallgraben.”

Ein Café mit einer großen Sonnenterrasse an der Brunnenanlage lädt hier zum Verweilen ein.”

Überdies können sowohl die Terrasse als auch der Grünbereich für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Zahlreiche, zum Teil großflächige Fenster verleihen dem Gebäude einen offenen, einladenden Charakter.”

Der großzügig geplante Aufgang zur Obergeschoss-Terrasse lockert die Fassade weiter auf.

Wir sind überzeugt, dass das Geschäftshaus ein ‘Maßanzug für Kleve’ wird.

…bleiben die archäologischen Funde weiterhin voll erhalten…

Der historische Turm und die Stadtmauer werden vor dem Geschäftshaus mit Sichtmöglichkeitenund Informationstafeln versehen

…die Konzeption der Mieterstruktur hat die Sontowski & Partner Group erneut durchdacht.”

…auf denen sich qualitativ hochwertige Fachgeschäfte ansiedeln können.”

Es werden sich hier Einzelhändler ansiedeln, die bisher in Kleve keine passenden Räume fanden und daher in der Stadt noch nicht vertreten sind

…so die Attraktivität Kleves weiter steigern.”

Auf diese Weise zieht Kleve noch mehr Kaufkraft an, wovon nicht nur die im Geschäftshaus angesiedelten Einzelhändler profitieren, sondern der gesamte Klever Einzelhandel.” (Ein fast buchstäbliches Déjà vu: “Wir sind der Ansicht, dass die gesamte Innenstadt davon profitieren wird“)

Hier werden ganz braf alle Vokabel der, so sehr geschätzten Bürger, aneinandergereiht das einem schwindelig wird. Auch wird nicht versäumt den “Maßanzug für Kleve” heraus zu stellen. Das Gras wächst immer noch aus den Taschen und soll auch ganz selbstverständlich auch über den Bürgerentscheid von 2009 wachsen.

Ich denke, die Bilder auf Kunst-Acker.de sprechen für sich (klick um zu vergrößern). Täglich grüßt das Murmeltier.

 

 

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Story und Gruss aus Libanon

von Oscar Bergamin

So, eine kurze Story! Ich nütze schnell diese nächtliche Zeit. In der Nacht vom 31.3 auf den 1. April wollte ich 20 Waisenkinder im von der Freien Syrischen Armee «befreiten» Gebiet abholen um sie in Sicherheit nach Libanon in ein Kloster zu bringen. Leider waren die Kinder nichtmehr da; ich weiss nicht warum und ich weiss auch nicht wo sie geblieben sind. «Operation misslungen», dachte ich. Da begegnete mir auf dem Rückweg eine Familie die mit dem Auto feststeckte im Niemandsland. «Wo wollt ihr denn hin?», fragte ich, weil die Strasse nach Idlib führt, «ihr geht in die falsche Richtung». Die Region um Idlib ist brandgefährlich, täglich Schiessereien, viele Plünderungen, Exekutionen, Vergewaltigungen. Die sogenannte Freie Syrische Armee ist dort völlig ausser Kontrolle. «Wir wollen zurück in unser Dorf bei Idlib», sagte der Mann. Er erklärte dass er bis jetzt im Libanon gewohnt habe für einige Monate, er es aber schlicht nicht mehr bezahlen könne, er habe nichts mehr. Ich sah die Familie an: Drei Erwachsene, sechs Mädchen und zwei Jungen. «Niks da», dachte ich und sagte das auch, «willst du deine Töchter und Söhne sinnlos diesen Idioten da unten zum Frass vorwerfen?» Nach rund einer Stunde hatte ich ihn davon überzeugt, dass «wir» schon eine Lösung finden würden. Ich habe sein Auto inklusive Familie über dem Bergpfad zurück nach Libanon geschleppt. Die Familie wohnt jetzt in einer der drei Wohnungen des Hauses, das ich gemietet habe bei Ma‘oun bei Ankoun in der Nähe von Saida (Sidon). Naja, das wird wieder ein teurer Spass, (Wohnung 500. — US-Dollar, + Lebensunterhalt für eine elf-köpfige Familie, nochmals 1000 US-Dollar – und dann gehen die Kinder noch nicht in die Schule). Es ist ein schönes grosses Haus, aber ohne Heizung und ohne Möbel. Gasflaschen, Strom (kaufe ich am Tag vom libanesischen Staat, wenn sie ausgeht abends von der lokalen Abteilung der Hisbollah) und Wasser, kommen noch dazu. Zudem haben wir nur drei Betten im ganzen Haus aber wenigstens genug Matratzen. Ein grosser Eimer ohne Boden am Eisentor dient als Basketballnetz für die Kinder. Einen Ball haben die zwar nicht, aber irgendeine leere PET-Flasche dient dann eben als Ball. Das Dorf ist

Oscar

nicht unbedingt freundlich gesinnt, es besteht hauptsächlich aus Assad-gesinnte Hisbollah- und Amal-Anhänger. Sie haben den Männern in unserem Haus schon zu verstehen gegeben, dass diese abends nach 18 Uhr zu Hause bleiben sollen und nicht ins Dorf gehen dürfen.

Das ist ein bunter Mix hier; ein Dorf weiter ist ein christlich-orthodoxer Maria-Wallfahrtsort und die Stadt Saida wird von der sunnitische Muslimbruderschaft beherrscht. Dummerweise waren eben dort kein Haus, beziehungsweise keine Wohnungen frei. Die syrischen Flüchtlinge in Saida bekommen Hilfe der Muslimbruderschaft, in unserem Dorf gibt’s gar nichts; so oder so sind die Flüchtlinge auf sich selbst angewiesen. Wenigstens sind unsere direkten Nachbarn freundlich und nett; die Frauen, Sunniten und Schiiten helfen sich gegenseitig. Das Wetter ist jetzt bei rund 26 Grad (aber mit einem sehr kühlen Mittelmeer-Wind) einigermassen erträglich, aber die Leute haben in den nicht-isolierten und ungeheizten Häusern einen harten Winter hinter sich. Die Schweizer DEZA lässt immer noch Decken verteilen (haha), aber nicht im Süden und auch nicht selbst – das ist die EDA-Abteilung zu kompliziert (man müsse zuerst eine Studie machen über diese Region um zu wissen wie man hier helfen könne, hat die DEZA mir mitgeteilt).

Apropos DEZA, heute vom Rückweg von der Schweizer Botschaft (war wieder mal ein Horror-Treffen; ich mag diese Leute hinter Panzerglas und Marmorfassade nicht) in Beirut nach Saida bin ich zum ersten Mal seit 2005 wieder mal direkt beschossen worden. Keine Ahnung wieso, aber das kann schon mal vorkommen. Ich glaube ich sollte meine Haare wieder ein bisschen wachsen lassen und keine Glatze mehr tragen, jetzt sehe ich zu fest wie ein «Amerikaner» aus.

Soweit mein Zwischenbericht, morgen früh geht’s wieder nach Beirut, ich muss ein Radio-Interview geben für Radio Beirut. Danach geht’s weiter nach Amman und Aleppo

Wir brauchen jetzt jeden Rappen! bitte spendet! Nach unser Rundschreiben vom letzten Mal sind knapp 2000 Franken eingegangen. Wir sind dringend auf eure Unterstützung angewiesen. Daten findet ihr im Anhang.

Raiffeisenbank Zürich

IBAN CH07 8148 7000 0417 5236 7

Postfinance

85-590835-8

IBAN CH97 0900 0000 8559 0835 8

Herzlichst, Oscar Bergamin

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Syrien

Durch Oscar Bergamin

Ich nütze schnell diese Zeit um einen kurzen Bericht zu schreiben. Abgesehen von der Tatsache, dass ich beschossen Photo: URGENT! Dringend!Liebe Freunde und Bekannte!Ich nütze schnell diese Zeit um einen kurzen Bericht zu schreiben. Abgesehen von der Tatsache, dass ich beschossen wurde am Dienstag, geht’s mir gut, alhamdulillah. Das war ein blöder Moment, aber kann eben vorkommen. Die sogenannte „Demographic Breakdown“ (das demografische Gefüge ist mit einer Million Flüchtlinge völlig aus dem Lot geraten) führt zu Spannungen. Die Läden sind jetzt geschlossen für Juma’a. Wie ich bereits in einem vorhergehenden Mail berichtet habe (ich hoffe alle haben es empfangen) habe ich jetzt noch eine Familie (drei Erwachsene, sechs Mädchen und zwei Jungen) in Sicherheit bringen können. Sie stammen aus der Region der syrischen Stadt Idlib, wo Schiessereien, Plünderungen, Exekutionen, und eine unglaubliche Anzahl Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind. Die Familie wohnt jetzt in einer der drei Wohnungen des Hauses, das ich gemietet habe bei Ankoun in der Nähe von Saida (Sidon). Es ist ein «schönes» grosses Haus, aber ohne Heizung und ohne Möbel. Gasflaschen, Strom (kaufe ich am Tag vom libanesischen Staat, wenn sie ausgeht abends von der lokalen Abteilung der Hisbollah oder Amal, das geht nun mal nicht anders hier) und Wasser, kommen noch dazu. Zudem haben wir nur drei Betten im ganzen Haus aber wenigstens genug Matratzen. Im ganzen Haus wohnen mittlerweile 50 Personen, hauptsächlich Frauen und Kinder. Sie sind hier sicher – vorläufig. Die Registrierung beim UNHCR dauert im Schnitt 88 Tage hier im Süden, und sogar Syrer im Ausland wollen nicht wahr haben, dass hier im Süden Libanons syrische Flüchtlinge leben. Es sind aber an die 30‘000 die noch auf eine Registrierung durch das UNHCR warten… und warten und warten, bis sie sagen, «genug ist genug», den ganzen Tag anstehen um am Abend wieder unverrichteter Dinge fortgeschickt zu werden… das machen sie vielleicht drei oder viermal aber nicht länger…Das ist ein bunter Mix hier; ein Dorf weiter ist ein christlich-orthodoxer Maria-Wallfahrtsort. Die syrischen Flüchtlinge im muslimisch-christlich gemischten Saida bekommen Hilfe, in unserem Dorf gibt’s gar nichts; so oder so sind die Flüchtlinge auf sich selbst angewiesen. Wenigstens sind unsere direkten Nachbarn freundlich und nett; die Frauen, Sunniten und Schiiten helfen sich gegenseitig. Wer ein Auto besitzt (EGAL ob es überhaupt noch fährt oder nicht) gilt als reich und soll zuerst sein Auto verkaufen bevor er Hilfe erwarten kann. Händler nehmen einem das Auto schon ab für 300-400 Dollar… Damit kann man zwei Mal einkaufen aber keine Monatsmiete bezahlen. (Vergleich: Ich habe gestern zwei Blutdruckmessgeräte gekauft für 400 Dollar). Ein einziger Stuck Fladenbrot kostet 1 US-Dollar. Reden wir nicht von Milch oder Käse, da von können die meisten nur träumen…Unser Kapitalbedarf (so ein blödes Wort) bis kommenden Montag 8. April ist 12‘000 US-Dollar um die Arbeit fortzusetzen. Wir können sonst im wahrsten Sinne des Wortes zusammenpacken. Wir brauchen jetzt jeden Rappen! bitte spendet! Nach unserem Rundschreiben vom letzten Mal sind knapp 2000 Franken eingegangen. Wir sind dringend auf eure Unterstützung angewiesen. Daten findet ihr im Anhang.Raiffeisenbank ZürichIBAN CH07 8148 7000 0417 5236 7Postfinance85-590835-8IBAN CH97 0900 0000 8559 0835 8wurde am Dienstag, geht’s mir gut, alhamdulillah. Das war ein blöder Moment, aber kann eben vorkommen. Die sogenannte „Demographic Breakdown“ (das demografische Gefüge ist mit einer Million Flüchtlinge völlig aus dem Lot geraten) führt zu Spannungen. Die Läden sind jetzt geschlossen für Juma’a. Wie ich bereits in einem vorhergehenden Mail berichtet habe (ich hoffe alle haben es empfangen) habe ich jetzt noch eine Familie (drei Erwachsene, sechs Mädchen und zwei Jungen) in Sicherheit bringen können. Sie stammen aus der Region der syrischen Stadt Idlib, wo Schiessereien, Plünderungen, Exekutionen, und eine unglaubliche Anzahl Vergewaltigungen an der Tagesordnung sind. Die Familie wohnt jetzt in einer der drei Wohnungen des Hauses, das ich gemietet habe bei Ankoun in der Nähe von Saida (Sidon). Es ist ein «schönes» grosses Haus, aber ohne Heizung und ohne Möbel. Gasflaschen, Strom (kaufe ich am Tag vom libanesischen Staat, wenn sie ausgeht abends von der lokalen Abteilung der Hisbollah oder Amal, das geht nun mal nicht anders hier) und Wasser, kommen noch dazu. Zudem haben wir nur drei Betten im ganzen Haus aber wenigstens genug Matratzen. Im ganzen Haus wohnen mittlerweile 50 Personen, hauptsächlich Frauen und Kinder. Sie sind hier sicher – vorläufig. Die Registrierung beim UNHCR dauert im Schnitt 88 Tage hier im Süden, und sogar Syrer im Ausland wollen nicht wahr haben, dass hier im Süden Libanons syrische Flüchtlinge leben. Es sind aber an die 30‘000 die noch auf eine Registrierung durch das UNHCR warten… und warten und warten, bis sie sagen, «genug ist genug», den ganzen Tag anstehen um am Abend wieder unverrichteter Dinge fortgeschickt zu werden… das machen sie vielleicht drei oder viermal aber nicht länger…

Das ist ein bunter Mix hier; ein Dorf weiter ist ein christlich-orthodoxer Maria-Wallfahrtsort. Die syrischen Flüchtlinge im muslimisch-christlich gemischten Saida bekommen Hilfe, in unserem Dorf gibt’s gar nichts; so oder so sind die Flüchtlinge auf sich selbst angewiesen. Wenigstens sind unsere direkten Nachbarn freundlich und nett; die Frauen, Sunniten und Schiiten helfen sich gegenseitig. Wer ein Auto besitzt (EGAL ob es überhaupt noch fährt oder nicht) gilt als reich und soll zuerst sein Auto verkaufen bevor er Hilfe erwarten kann. Händler nehmen einem das Auto schon ab für 300-400 Dollar… Damit kann man zwei Mal einkaufen aber keine Monatsmiete bezahlen. (Vergleich: Ich habe gestern zwei Blutdruckmessgeräte gekauft für 400 Dollar). Ein einziger Stuck Fladenbrot kostet 1 US-Dollar. Reden wir nicht von Milch oder Käse, da von können die meisten nur träumen…

Unser Kapitalbedarf (so ein blödes Wort) bis kommenden Montag 8. April ist 12‘000 US-Dollar um die Arbeit fortzusetzen. Wir können sonst im wahrsten Sinne des Wortes zusammenpacken. Wir brauchen jetzt jeden Rappen! bitte spendet! Nach unserem Rundschreiben vom letzten Mal sind knapp 2000 Franken eingegangen. Wir sind dringend auf eure Unterstützung angewiesen. Daten findet ihr im Anhang.

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IBAN CH07 8148 7000 0417 5236 7

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